Beitragsbild Digitalisierung stoppt Wegwerf-Wahn

20. September 2021

Digitalisierung stoppt den Wegwerf-Wahn

18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden allein in Deutschland laut WWF-Studie Jahr für Jahr weggeworfen, wobei über die Hälfte vermeidbar wäre. Über 60 % der Verluste entstehen auf dem Weg zwischen den Produzenten und …

Foodsharing ist ein großes Thema, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Einige Länder machen es uns vor. Dass Deutschland hier gerade in großen Ballungsräumen viel Potenzial hat, wissen viele, doch nutzen tun es leider wenige. Gerettetes Essen ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch ein Plus für Wirtschaftlichkeit und Markenbindung. Kunden nutzen die neuen Apps hauptsächlich, um Geld einzusparen, und mögen gleichzeitig die Idee, Lebensmittel nicht zu verschwenden.

Mehr Umsatz durch Digitalisierung

Bereits zubereitetes Essen, welches nicht am selben Tag noch verkauft oder bis zum Folgetag aufbewahrt werden kann, müssen Gastronomiebetriebe laut gesetzlicher Vorschrift entsorgen. Natürlich ist dies ein Kostenfaktor für viele Gastronomen. Die Größe der Container und die Arbeitskräftezeit für Sortierung und Entsorgung sind hier Rechengrößen. Doch viele werfen einwandfreies Essen noch immer in die Tonne. Von den verursachten Treibhausgasen kaum zu sprechen. Dabei könnten sie noch mehr Umsatz machen. Wie? Es gibt im Zeitalter der Digitalisierung kinderleichte Apps für echte Win-win-Situationen. Großverbraucher und Kunden profitieren, wenn z. B. ein Mittagsmenü in einwandfreiem Zustand nicht in der Tonne landet, sondern 50 % günstiger als „Lunchbox to go“ angeboten wird. So generiert der Gastronom eine zusätzliche Einnahmequelle und der Kunde spart.

So funktioniert’s

Lösungen bieten hier Apps wie „RESQ“, „MEALSAVER“ oder „Too Good to Go“. Überschüssiges Essen wird täglich zu einem reduzierten Preis auf den Plattformen angeboten.

  1. Überschüssige Portionen in nur wenigen Klicks im jeweiligen System anbieten
  2. Kunden werden benachrichtigt über eingestellte Waren in der Nähe
  3. Der Kauf erfolgt direkt via App per PayPal oder Kreditkarte
  4. Die Mahlzeit wird vom Kunden persönlich innerhalb einer vorher festgelegten Zeitspanne abgeholt

Fazit

Mehr Wertschätzung für Lebensmittel sorgt für mehr Umsatz. Hat ein Nutzer erst einmal per App bestellt, trägt er dies seinem sozialen Umfeld weiter. Ein jeder schätzt den Einsatz für Nachhaltigkeit und urbane junge Leute werden neue Kunden, wenn sie erst einmal den Laden durch Abholung der Ware vor Ort, betreten haben. Die Nutzung der Apps ist sowohl für Betriebe als auch für Kunden kostenfrei. Lediglich ein Euro pro verkauftem Gericht geht an die App-Betreiber, der Rest an die Betriebe selbst. Dafür stellen einige App-Betreiber sogar die Verpackung gratis zu Verfügung. In Zukunft soll es sogar Edelstahl-Boxen zum Wiederverwenden geben, um Verpackungsmüll zu vermeiden. Die Sorge, dass reguläre Kunden durch günstiges „Reste-Essen“ verloren gingen, ist eher unberechtigt, da zufriedene Kunden erfahrungsgemäß noch öfter kommen.

Kategorien
Schlagwörter
Übersicht

zur Übersicht

Neuste Beiträge

  • Speed Dating mit Timo Fritsche

    Caminada, OZ, IGNIV, Mural, LA VIE: Timo Fritsche hat reichlich Spitzenküche auf dem Buckel und Gemüse ziemlich konsequent vom Tellerrand in die Mitte geholt. Dafür gab’s sogar den Titel Gemüsekoch des Jahres. Schauen wir mal, wie er in unserem Speeddating abschneidet.

  • Gaumenfreuden mit Ali Güngörmüs

    Ali Güngörmüs denkt Genuss nicht in Hauptgang, Beilage und Dessert. Er denkt in vollen Tischen und diesem gefährlich guten Satz: „Probier davon mal!“ Mit seinem neuen Buch bringt der Spitzenkoch über 90 kleine Gründe auf den Tisch, das klassische Menü einfach mal abzuschaffen.

  • „AM ENDE DES TAGES SIND ES IMMER DIE MENSCHEN.“

    Allen Mitarbeitern einen guten Morgen zu wünschen. Genau das wird Ralf Lambert am meisten vermissen. Sein Team, die kleinen Gespräche zwischendurch, den ehrlichen Austausch. Nach über elf Jahren an der Spitze von INTERGAST verabschiedet er sich in den Ruhestand und blickt dankbar zurück. Auf Entscheidungen, auf Vertrauen, das gewachsen ist, und auf Erfolge, die man gemeinsam gefeiert hat. Auf einen Führungsstil, bei dem Autorität nie mit dem Titel begann, sondern mit Nähe.

  • Feed me – Reel Talk

    Manche Berufe sind ein Beziehungsstatus: „Es ist kompliziert.“ Morgens küsst man den Algorithmus, abends verflucht man die Kommentarspalte und dazwischen liegt ein ganzer Arbeitstag in der Gastronomie.

  • Einmal hier lebenslänglich bitte! Heute gibt’s Freigang für Francesco

    Sein eigenes Restaurant hieß „Freude“, doch genau das hat er jüngst aufgegeben, um genau hier einzusitzen: im Offenburgs ehemaligen Gefängnis und heutigen Designhotel Liberty. Francesco D’Agostino verwirklicht sich genau dort, wo früher niemand freiwillig blieb.

  • Grilling me softly mit Jamie Oliver

  • Signature Dish by Max Strohe

    Manche Köche backen ihren Lebenslauf glatt. Max Strohe nicht. Bei ihm steht alles drin. Das Seniorenheim, das Hotel auf Kreta, die Berliner Jahre im The Grand und 2015 der Sprung ins eigene Ding. Mit Ilona Scholl eröffnet er das Tulus Lotrek in Kreuzberg. Kein steriler Tempel, sondern ein Ort mit Herzschlag und mit Michelin-Stern gekrönt. Vielen ist Max aus „Kitchen Impossible“ und der „Küchenschlacht“ bekannt. In der Pandemie startete er das Projekt KOCHEN FÜR HELDEN für alle, die durchhalten mussten. 2021 folgte das Bundesverdienstkreuz. Chapeau Max!

  • Speed Dating mit Tobias Bätz

    Er sagt, sein schlimmster Charakterzug sei das unermüdliche Weitermachen. Klingt erst mal nach Beichtstuhl. Ist aber Kampfansage mit Küchenhandtuch über der Schulter. Tobias Bätz trägt seit 2019 zwei Michelin-Sterne im AURA in Wirsberg – gemeinsam mit Alexander Herrmann. Zudem ist er mit voller Leidenschaft Vorstand der Freakstotable. Ein Glück, dass wir ihn für ein Speed Dating ergattern konnten. Ok, wir sind ehrlich, denn wir reden gern und er noch umso lieber. Viel Spaß beim Long Dating.

  • Haltungssache: Taubertal Wagyu

    Im Taubertal steht Luxus nicht in der Vitrine, sondern auf der Weide. Er kaut, atmet, schaut einen ruhig an und erinnert daran, dass große Küche nicht erst beim Anrichten beginnt, sondern lange vorher, dort, wo ein Tier aufwächst, was es frisst, wie es gehalten wird und ob man ihm mit Respekt begegnet. Familie Richter aus Wolfsbuch züchtet seit 2014 Rinder und zeigt, dass echtes Premium nicht an der Marmorierung beginnt, sondern an der Haltung dahinter.

Werde zum Gastro Insider

Wenn du beim nächsten Gastro-Talk mitreden willst, brauchst du mehr als Küchenfunk. Unser Newsletter serviert dir die heißesten Themen & Trends, bevor sie auf der Karte stehen.

*Pflichtfeld

    Wir verarbeiten die Daten ausschließlich zum Zweck der Anfrage auf Basis von Art. 6 Abs. 1 lit. b) DSGVO. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie in der Datenschutzerklärung.