Gaumenfreude
Regional im August
Ein Hoch auf den Monat August, denn jetzt hat so viel Blüte- bzw. Erntezeit, dass wir uns kaum entscheiden konnten für unser „Saisonfrüchtchen". Ja, wir bleiben bei der Bezeichnung „Früchtchen", denn auch wenn wir uns über den Kürbis unterhalten wollen, so können Sie gleich einiges über Bord werfen, was Sie über die große Kugel zu wissen glauben.

Bekanntlich ist der Monat August der Monat der Sehnsucht. Eine Sehnsucht nach heimischen Gemüse- und Obstsorten. Zum Glück wird diese reichlich gestillt, denn der August in ein Paradies an reifen Früchten und Gemüse. Auch Kräuter können jetzt perfekt geerntet werden, um diese für den Herbst einzufrieren. Wir verraten welche 8 Highlights es und besonders angetan haben:

  • Kürbis
  • Paprika
  • Kartoffeln
  • Tomaten
  • Zuckermais
  • Wirsing
  • Aubergine
  • Brokkoli

Highlight Kürbis

Bleiben wir doch beim Beerentraum Kürbis. Der Kürbis eine Beere? Wer hätte das gedacht? Botanisch gesehen ist der Kürbis nämlich eine Panzerbeere. Wissenschaftlich ist alles eine Beere, wenn sich eine Schließfrucht aus einem einzigen Fruchtknoten bildet und genau das ist beim Kürbis der Fall. Weiteres Indiz: die Fruchtwand einer Beere ist bei der reifen Frucht zumindest noch fleischig, meist jedoch saftig. Tja und der Kürbis hat ein saftiges Fruchtfleisch. Wenn dann die Außenschicht noch hart oder ledrig ist, wie bei Zitrusfrüchten oder eben Kürbis, dann hat man die perfekte Panzerbeere. Merkt euch: Alles was sich Panzerbeere nennen darf, hat viele Samen, ist oft groß und kommt so richtig bunt daher.

Seepferdchen

Wussten Sie, dass Kürbisse sogar schwimmen können? Oh ja! Dank seiner sehr harten Fruchtwand, die auch verholzen und austrocknen kann, ist der kugelige Geselle schwimmfähig und kann sich so weiterverbreiten. Doch kommen wir vom kühlen Nass zur Artenvielfalt. Man unterscheidet zwischen 5 Arten, die wirtschaftliche Bedeutung haben:

  • Riesen-Kürbis
  • Gartenkürbis
  • Feigenblatt-Kürbis
  • Moschus-Kürbis
  • Curcubita argyrosperma

Zu den Riesenkürbissen gehören uns bekannte Gattungen wie der beliebte Hokkaido. Dieser muss nicht geschält werden und schmeckt besonders gut als Chutney oder Kürbissuppe. Gartenkürbisse können sehr unterschiedlich daherkommen. Zu Ihnen gehören die Sommerkürbisse Zucchini, Patisson und der Ölkürbis, aus dessen schalenlosen Kernen das leckere Kürbiskernöl gepresst wird. Bei den Sommerkürbissen gibt es mehrerer Sortengruppen wie auch den Rondini. Die Früchte der Rondini sind rund und müssen vor dem Verzehr geschält und gekocht oder gedünstet und gebacken werden. Das Fruchtfleisch ist mega zart. Übrigens haben Sie richtig gelesen, denn Zucchini ist wie der Name bereits sagt, ein kleiner Zucchino (Zucco, ital. Kürbis). Hier kann sogar die dünne Schale der unreif geernteten Früchte mitgegessen werden. Einziger Nachteil: diese Kürbisform hat keine gute Lagerfähigkeit mit nur 1-2 Wochen selbst im Kühlschrank.  Wären da noch die Moschus-Kürbisse, die wir oft unter Butternut kennen. Oft verarbeiten wir diesen als Püree, Suppe oder roh im Salat.

Innere Werte

Unsere Speisekürbisse sind sehr kalorienarm und stark wasserhaltig. Der orangefarbene Kürbis hat außerdem einen hohen Anteil an Carotinoiden, welche antioxidativ wirken. Der Hokkaido hat sogar mehr Carotinoide als Karotten. Da freuen sich Augen und das Immunsystem besonders. Obendrauf erhält der Kürbis viel Kalium, was wiederum wichtig für normalen Blutdruck, Muskeln und den Flüssigkeitshaushalt der Zellen ist.

Guten Appetit!

Der Einsatz in der Küche ist sehr vielseitig. Bekannteste Darreichungsform ist und bleibt wohl die Kürbiscremesuppe, doch es gibt so viel mehr zu entdecken. Ob mariniert in Spalten geschnitten und im Ofen geröstet oder als Lasagne verarbeitet oder als Topping im Risotto; Kürbis eignet sich für so viel mehr als nur Süppchen. Je nach Sorte schmeckt er mild bis fruchtig, teilweise leicht süßlich oder nussig. Genau deshalb lieben die Amerikaner ihn auch als Pumpkin Pie zu Thanksgiving oder als Brownie lecker inszeniert. Wir haben da übrigens noch eine lecker-süße Variante im Gepäck: Kürbis Kaiserschmarrn. Einfach etwas Kürbispüree (Hokkaido Kürbis schälen und würfeln, dann in einer ofenfesten Form so lange kochen bis er weich ist und anschließend pürieren. Das Püree kann gern eingefroren werden und so schnell immer wieder verwendet werden.) mit in den Teig geben und genießen. Herrlich fruchtig!

Bettina
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