
2. Februar 2026
Speed Dating mit Dennis Kuckuck
Er übernimmt nach 25 Jahren den Staffelstab von einem der größten Sterneköche unserer Zeit, Joachim Wissler. Ab sofort steht der Name Dennis Kuckuck auf der Menükarte des Vendôme im Schloss Bensberg. Sein größtes Ziel vor Augen: den dritten Stern holen. Wir erwischen Dennis kurz vor Beginn der Arbeit allein im noch stillen Restaurant. Dort, wo in wenigen Stunden auf höchstem Niveau klassisch-moderne und zugleich präzise Gänge serviert werden. Perfekt für ein unvergessliches Speed Dating, null Weichspüler und maximale Ehrlichkeit.
Welche Niederlage hat dich weitergebracht?
Ich glaube die gescheiterte Vision eines Restaurants in Berlin. Neu angefangen zu haben und dann in kürzester Zeit wieder aufzuhören, da die Meinungen des Geldgebers und meine zu weit auseinander gehen. Man zieht extra hin, steckt wahnsinnig viel Herzblut rein, plant alles und letztendlich geht es dann so auseinander.
Wie bist du dann wieder zurückgekommen ins Vendôme?
Ich wollte eigentlich ins Domhotel nach Köln, Herr Wissler hatte dort einmal das neue Konzept geschrieben. Also rief ich rief ihn an, aber er sagte direkt, dass ich dort nicht glücklich werde, da sie kein High-End- Restaurant dort installieren möchten. So bot er mir glücklicherweise den Platz bei ihm wieder an.
Welche Eigenschaft traut man dir niemals zu?
Ich bin sehr sehr ungeduldig, aber das weiß man von mir, wenn man mich näher kennt.
Wofür entschuldigst du dich viel zu oft oder entschuldigst du dich überhaupt?
Es gibt so viele Menschen, die sich einfach nicht entschuldigen können. Grausam. Aber ich zu oft? Nö, eigentlich nur, wenn es angebracht ist.
Was darf man dir in der Küche niemals wegnehmen?
Meine Pinzette! Teile ich nicht, braucht keiner anfassen, sie ist immer in meiner Hosentasche und ich nehme sie auch mit nach Hause. Basta!
Was muss jemand haben, damit du weich wirst?
Eine gemeinsame Basis wie z.B. ein Kind. Das verändert die Kommunikation im harten Küchenalltag. Durch meiner Tochter bin ich selbst auch weicher geworden.
Rauer oder lieber Ton in der Küche?
Nicht mehr rau. Mit der Geburt von Carlotta ist ein großer Schalter umgelegt worden bei mir. Ich selbst bin geprägt von vielen Chefs, die laut und rau waren. Man nimmt ungewollt vieles dann leider mit, aber ich habe mich gebessert.
Bist du mal richtig angeschrien worden?
Ich kann gar nicht zählen, wie oft. Da fragt man sich: „Warum hast du das damals mit dir machen lassen?“ Heute macht selbst der Lehrling sowas nicht mehr mit. Warum müssen Grenzen überhaupt noch überschritten werden? Durch meine harte Schule weiß ich eben, was förderlich ist und was ganz und gar nicht.
Was gibt es beim ersten Date zu essen?
Ganz klar, Summer Rolls. Die gehen immer, denn sie sind interaktiv, da sie jeder nach Belieben füllen kann und egal wie unsicher du bist, die Situation ist sofort locker.
Polarisieren oder gefallen?
Polarisieren! Ganz klar.
Der seltsamste Kommentar eines Gastes?
Ich finde es immer sehr witzig zu hören, wenn der Gast meint, mehr über Zutaten und Verarbeitung zu wissen als du selbst. Da fragt man sich, wie man jetzt ganz nett formuliert, dass genau diese Meinung doch falsch ist.
Gibt es auch übergriffige Gäste?
Mich hat mal jemand gefragt, warum ich das Essen so angerichtet habe. Warum ich nicht wie bei The Taste alles auf einem Löffel angerichtet habe. Bitte was für eine Antwort erwartet der Gast da von mir?!
Wo entstehen deine besten Ideen?
Super oft beim Spielen mit meiner Tochter. Unter Druck funktioniert bei mir gar nichts.
Was ist dir wichtiger: Ein satter Gast oder ein Gast, der deine Küche versteht?
Zweiteres definitiv.
Welcher Küchenfehler bringt dich auf die Palme?
Wenn etwas ganz klar rezeptiert ist und man trotzdem falsch abwiegt z.B.. Die Waage liegt vor einem, das Rezept liegt daneben und zurecht frage ich dann auch: „Was ist mit den Synapsen?“ Jeder kann ja Fehler machen, aber so wirklich dummes Zeug regt mich auf.
Dein peinlichster Küchenfehler?
Ich habe mal eine Hollandaise mit einem Vollei aufgeschlagen. Fehler passieren halt immer. Oh, und in der Ausbildung habe ich mal ein Dessert mit Joghurt, Zitrone und Knoblauch gemacht. Frag mich bitte nicht, warum ich auf diese Kombination kam. Es war einfach so widerlich.
Welches Gericht aus der Kindheit willst du nie wieder sehen?
Pilze und Kartoffel-Möhren-Stampf. Letzteres habe ich einfach viel zu oft essen müssen als Kind und Pilze sind mein Endgegner.
Was löst bei dir Brechreiz aus?
Der Geruch von Leberwust und wieder die schönen Pilze. Gibt es bei uns Zuhause daher auch nicht.
Lieblingsspeise?
Sautierter Spinat.
Mit Hunger kochen ist wie …
Oh, ich bekomme ziemlich schnell schlechte Laune, wenn ich Hunger habe. Das will keiner bei mir erleben.
Du ohne Küche. Wo wärst du sonst gelandet?
Ich habe das sogar wirklich erst vor kurzem noch überlegt. Hätte alles nicht so funktioniert mit der Karriere, hätte ich irgend etwas anderes gemacht. Keine Ahnung was, aber etwas ganz anderes.
Was lässt dich noch aus der Haut fahren?
Wenn ich schon mittags erste Flecken auf meiner selbst gebügelten Kochjacke entdecke. Sorry, einfach nur „Warum?!“…
Harte Schale, weicher Kern?
Ja, das bin ich …;-)
Gefühle zeigen oder kontrollieren?
Ich bin eher kontrolliert nach außen. Zumindest versuche ich es zu sein. 😉
Der Klügere gibt nach oder bis zum bitteren Ende?
Auf der Arbeit ganz klar bis zum bitteren Ende ausdiskutieren. Zuhause gehe ich eher Streit aus dem Weg, um Ruhe zu haben.
Dein persönliches Vorbild?
Beruflich schon immer Joachim Wissler und er wurde ja auch dann zu meinem Mentor. Auch inspirieren mich Menschen, die ohne viel Background selbst ganz nach oben kommen.
Was ist schlimmer: Influencer am Tisch oder kaputte Spülmaschine?
Auf jeden Fall die kaputte Spülmaschine, den Influencer werde ich schneller los, wenn er/sie unangenehm sein sollte.
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