
21. Oktober 2026
„Die Gastro ist meine Großfamilie.“
Was bleibt, wenn einer geht, der Jahrzehntelang nicht nur für ein Unternehmen gearbeitet hat, sondern sichtbar zu dessen Gesicht geworden ist? Uwe Schmorde ist zur Legende geworden. Zum Mentor vor und hinterm Herd und guten Seele von INTERGAST. Er kann Produkte unverzichtbar für dich schmecken lassen. Er ver- bindet Menschen mit seiner Art zu kochen, mit seinem unverkenn- baren schwäbischen Dialekt und seinem ansteckenden Lachen, das durch ganze Räume hallt.
Lieber Uwe, weißt du schon, was du am Morgen nach deinem letzten Arbeitstag machst?
Diese Vorstellung ist für mich nach über 50 Jahren Gastronomie unreal. Es ist absolut noch nicht fassbar. Ich fühle mich noch gar nicht alt genug für eine Rente. Ich liebe es mit all den jungen Menschen zusammen zu arbeiten oder wenn Jugendliche dich erkennen und grüßen.
Wie sieht dein letzter Arbeitstag aus?
Natürlich habe ich mir einen Plan für meine Kollegen gemacht. Bei meinem Einstand damals habe ich noch für 15 Kollegen ein Sechs-Gänge-Menü gekocht. Jetzt sind wir eben ein paar mehr geworden und ich koche in unserer INTERGAST Küche ein paar Leckereien. Bierchen und tolle Momente gibt dazu.
Was wirst du am meisten vermissen?
Ganz klar meine Kollegen und die komplette Gastro-Familie. Weißt du, wenn du Jahrzehnte immer draußen hinterm Herd stehst und unterwegs bist, wachsen einem so viele Menschen ans Herz. Daher wird es für mich schwer eben nicht mehr der Schmorde hinterm Herd zu sein.
Wie war dein Beginn bei der INTERGAST?
Ich habe 2009 angefangen und meine erste Messe war am 21.und 22.10.2010 die GastroFach Franken der Firma Walther in Würzburg. Der ganze Showküche-Zirkus hat sogar angefangen mit Dessert. Ich persönlich esse ja gar nicht so gerne süss, aber wir waren damals erst gerade im Aufbau mit salzigen Sache wie Käse, Frischkäse etc. Von daher musste ich mit Desserts auf Messen glänzen. Oh, ich erinnere mich, dass es es ein karibisches Ananasdessert, Schoko-Nougat Pudding mit Sahne und gedünsteten Zimt-Pflaumen und vieles mehr gab. Ganze zwei Jahre durfte/musste ich also Desserts machen, bis dass immer mehr Eigenmarken dazukamen.
Bist du jemals nervös gewesen vor deinen Auftritten?
Bis heute erstaunlicherweise nicht. Es gibt da sogar eine Geschichte. Ich musste mal eine Rede in einem riesigen Kinosaal halten. Eigentlich zu Dritt, aber zwei davon kamen nicht. Als ich dann begann zu schwäbeln, lachte der komplette Saal und das Eis war gebrochen. Ich labere gerne ein Ohr ab, aber so kennt mich jeder.
Gab es auch einen Moment, wo du funktionieren musstest?
Ja, da war der 18.04.2014. Ich hatte immer einen Messekollegen namens Peter Achterfeld dabei, der mir geholfen hat. Er kam anfangs im Anzug, bis er eines Tages meinte: „Uwe ,du machst immer so einen Gestank beim Kochen. Ich brauche jetzt auch eine Kochjacke.“ Wisst ihr, er hat American Football gespielt und jetzt stellt euch ihn in einer engen Kochjacke vor. Er sah neben mir ganz gut aus. Leider ist er ganz unerwartet verstorben, was mich sogar zwei Jahre zurückgeworfen hat. Ich wollte absolut keinen neuen Kollegen dabeihaben, bis ich einsehen musste, dass es ohne Hilfe nicht geht. Zum Glück habe ich meine geliebte Frau Ursula als Hilfe dabei. Sie ist eine große Stütze und ohne sie, hätte ich all meine Erfahrungen und Karriere nicht machen können.
Was hat die Zeit bei Intergast dich gelehrt?
Ich denke in den 17 Jahren Intergast, haben wir beide sehr viel voneinander gelernt. Egal ob Mitglieder, Händler oder die Kollegen …. Wir haben alle voneinander antizipiert. Was interessant ist, ist habe jedes 7. Jahr etwas anderes gemacht, wenn ich so zurückblicke. Vor der Intergast war ich beim VFB, dann bei Compass, dann bin ich ja in der Qualitätssicherung bei der Intergast erst gelandet. Von jeder Position habe ich sehr viel mitgenommen und bin dankbar für all die Erfahrungen.
Könntest du jemals an einem INTERGAST-Stand einfach nur vorbeigehen?
Sagen wir so, ich werde mich versuchen zu beherrschen, aber ich bin egal wo in kürzester Zeit in der Küche. Ich frage gar nicht nach, sondern da schaltet das Hirn aus und ich laufe schnurstracks in die Küche. In der Küche siehst du einen Menschen ganz anders, als am Tisch bei einer Apfelsaftschorle.







