14. März 2025

Ist mir Latte

In den vergangenen Wochen lesen wir immer wieder vom „Luxusgut Kaffee“ in den Medien. Wer kann sich den schwarzen heißen Genuss eigentlich bald noch leisten? Wie reagieren Cafés, Bäcker und der Handel? Wird der …

Welche Gründe sind maßgeblich für die steigenden Kaffeepreise von bis zum 30% gegenüber dem Vorjahr?
Brasilien ist der größte Kaffeeproduzent der Welt und war in 2024 von extremer Trockenheit betroffen. Das Land hat den heißesten Frühling und Sommer seit 1949 erlebt. Hinzu kommt, dass so wenig Regen wie nie zuvor fiel. Der August war seit 36 Jahren nicht mehr so trocken. Im Oktober folgten heftige Regenfälle mit Überflutungen. Das hat nicht nur die Menge des Anbaus drastisch reduziert, sondern die Qualität versaut. Die Pflanzen sind sehr empfindlich und jetzt kommen Schädlinge und Pilzkrankheiten hinzu, die sich durch die klimatischen Verhältnisse weiter. Das könnte sich auch massiv auf die Ernte in den nächsten Wirtschaftsjahren auswirken. Der hohe Preis ist Folge eines begrenzten Angebots, denn trotz der weiterhin hohen Nachfrage halten die Produzenten aus Sorge ihre Bohnen zurück.

Längere Transportzeiten und damit verbundene höhere Kosten rund um das Rote Meer/Suezkanal Kriese sowie eine sehr stark gestiegene Nachfrage in den klassischen Teetrinker Ländern wie China und Indien haben die Preise zusätzlich befeuert. Vietnam war 2024 mit ähnlichem Wetter konfrontiert.

Geopolitische Spannungen und damit verbundene Transportprobleme wie in den USA dank hoher Zölle auf Waren aus Mexico, das Land der Arabica-Bohne mitunter, kommen on top.

Wie kann der Gastronom trotzdem rentabel bleiben, ohne dass er weniger Kaffee verkauft?
Die meisten Gastronomen kennen Ihren Wareneinsatz bei einer Tasse z.B. Espresso gar nicht.  Ich benötige ca. 8 g Kaffeepulver pro Espresso.

Beispiel: bei einem Kilo hochwertigen Kaffee mit einem Preis von € 19,-   kommt noch z.B. Zucker und Milch Cent mit 5 Cent hinzu, Benutzungskosten der Kaffeemaschine 9 Cent, Wartung und Reinigung 5 Cent, Energiekosten etc. macht ca. 34 Cent insgesamt.

Jetzt nutzen wir die Aufschlagkalkulation von +400%: Verkaufspreis € 0,34 + 400 % = 1,36 Brutto z.B. eine Tasse Espresso.
Der Tatsächliche Verkaufspreis pro Tasse Espresso ist € 2,30 bis € 3,20 im Durchschnitt für den Gast.

Was du jetzt machen musst!

  1.  Die Qualität in der Tasse muss den Preis überstrahlen, denn der begeisterte Gast ist die beste Werbung,
  2. Aus einem Gast einen Stammgast machen, mit Qualität in der Tasse, gutem Service verbunden mit gelebter Gastfreundschaft.
  3. Qualität führt zu Quantität, alles was Durchschnitt ist wird vom Gast nicht honoriert und führt zu negativen Bewertungen.
  4. Die Qualität Ihres Kaffee ist entscheidend, ob der Gast eine zweite Tasse Kaffee trinkt oder ggf. kein zweites Mal zu Ihnen als Gast kommt.
  5. Zusatzverkäufe nach dem Abendessen: Frage an den Gast, ob es noch ein Espresso sein darf.
  6. Gute Servicekräfte weisen auf das Kaffee.- Dessertangebot hin nach dem Essen.
  7. Saisonale Angebote im Sommer z.B. Eiskaffee, Cafe Latte Spezialitäten usw.
  8. Auf die Bedürfnisse des Gastes eingehen wie z.B. lactosefrei Milch, braunen Rohrzucker, Süßstoff, entkoffeinierten Kaffee usw. anbieten.
  9. Coffee Take Away Angebot hervorheben. Besonders Bäckereien und Cafes  punkten mit Treuaktionen (Kaffeesammelpass) wie 10+ 1 Gratis.
  10.  Bei To Go Verkauf von Kaffeeprodukten Zusatzprodukte vorschlagen z.B. darf es ein frisches Croissant dazu sein.
  11.  Ob klassische Frühstücksangebote oder Frühstücks Brunch – die perfekte Tasse Kaffee mach das Frühstück erst zum Erlebnis und ist ein Entscheidungsfaktor für die Wahl Ihres Betriebs.
  12.  Ob in der Gastronomie nach dem Abendessen der Espresso oder in der Hotellerie nach dem Frühstück hinterlässt eine perfekte Tasse Kaffee einen positive Beurteilung Ihres Betriebs und ein Genuss Erlebnis.

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