Food Delivery - Das Rennen der Zukunft

6. Oktober 2021

Delivery – Das Rennen der Zukunft

Die Food-Branche wird von Delivery-Diensten umgewälzt. Durch die steigende Mobilität im Alltag, aber besonders durch die Corona-Pandemie gewann das Essen in den eigenen vier Wänden mehr an Bedeutung. Homing ist Trend …

Der Umsatz im Segment „Online Food Delivery“ wird 2021 etwa 5.042 Mio. € betragen. Laut Prognosen wird im Jahr 2025 ein Marktvolumen von etwa 7.670 Mio € erreicht. Immer weniger Menschen kochen selbst, der Bedarf an Convenience-Produkten steigt. Zudem sorgt die Digitalisierung dafür, dass die Bestellung über Apps mittlerweile Standard ist – zum Telefonhörer greift kaum noch jemand. Der Trend profitiert daher sowohl vom technologischen Fortschritt als auch vom gesellschaftlichen Wandel, hin zu mehr Bequemlichkeit. Besonders die Corona-Pandemie zeigte, wie wichtig das Thema Food Delivery ist. Selbst Fast-Food-Riesen haben den Delivery-Bereich als neues Spielfeld für sich entdeckt. In Florida läuft zwischen McDonald’s und dem Fahrdienst Uber Eats eine Kooperation. Sogar Facebook mischt bereits in den USA mit einer neuen Option namens „Order Food“ im Delivery-Markt mit. Die Option macht das Öffnen spezieller Order-Apps überflüssig und bündelt seine Kompetenz durch die bereits bestehende Vernetzung.

Wir haben Karin Tischer, eine gefragte Trendforscherin, getroffen und mit ihr über die Zukunft von Delivery- Food-Diensten gesprochen. Sie ist nicht nur Unternehmerin des Jahres, sondern auch Gründerin sowie Geschäftsführerin des Innovationscenters food & more in Kaarst. Hier werden seit über 20 Jahren Konzepte, Ideen sowie Rezepturen für das Who’s who der ­Lebensmittel- sowie Getränkeindustrie, der Gastronomie und des Handels entwickelt. 

Frau Tischer, der Delivery-Food-Bereich definiert sich gerade neu und man bemerkt, dass immer neuere Konzepte und Start-ups auf den Markt drängen. Wie sehen Sie den Trend und was kommt auf Deutschland zu?

Der Markt im Delivery-Bereich ist im Umbruch. Enorm viel Veränderung ist auf die technische Versiertheit der Konsumenten zurückzuführen. Der herkömmliche Pizzadienst gerät immer mehr unter Konkurrenzdruck. Jetzt ist gefragt, wer wie schnell seine Hausaufgaben macht und wie bereit einzelne Firmen sind, auf den technischen Vorsprung mit aufzusteigen. In Neuseeland ist z. B. bereits eine Drohne als Auslieferungsmittel bei Domino’s Pizza im Einsatz. Aufgrund der Entfernungen macht es dort Sinn, neue Lieferwege zu testen. Inwieweit sich Drohnen hierzulande durchsetzen könnten, bleibt abzuwarten, aktuelle Tests dazu laufen. Momentan ist ein Wachstum von 15 % bei digitalen Bestellungen seit 2016 zu verzeichnen, daher müssen neue Lieferwege getestet werden. Dieses Wachstum ist gerade über Apps zu erkennen, was wiederum unter anderem dem Homing-Trend zu verdanken ist. Es geht immer mehr um einen Wettlauf der Zeit im Food-Delivery-Bereich. Konsumenten können nach Lust und Laune agieren und bekommen ständig neue Möglichkeiten, Frische zu genießen. Somit sprechen wir auch über eine andere Erwartungshaltung beim Verbraucher und der damit angepassten hohen Qualität durch Zulieferer.

Wenn es immer schneller und effizienter gehen muss; wie ist es da um Roboter im Delivery-Segment bestellt?

Tatsächlich werden gerade sogenannte Lieferroboter getestet (Starship Technologies). Just Eats und auch Domino‘s Pizza setzen diese Roboter bereits in London ein. Der Deckel des Roboters wird per Smartphone-App durch den Belieferten bei Zustellung geöffnet. Hermes testet gerade hierzulande ebenfalls vereinzelt Roboter. Diese Entwicklung ist überaus spannend und es bleibt abzuwarten, in-wieweit sich die technischen Helfer durchsetzen.

Müssen herkömmliche Lieferdienste aufgrund neuester Technologien und des erhöhten Bewusstseins derEsser mit Einbußen rechnen?

Uber Eats spielen gerade international eine große Rolle. Sie haben das Credo „von der Speisekarte bis zur Lieferung in 30 Minuten“. Das Unternehmen kommt ursprünglich aus dem Mobilitätssegment und machte anfangs Taxen Konkurrenz. Jetzt bündeln sie dieses Wissen mit Partner-Restaurants weltweit und werben damit, dass mit ihrer App-Technologie das Nutzerleben verbessert werden kann. Über soziale Aspekte hinter diesem Modell machen sich jedoch Konsumenten wenig Gedanken. Der gute alte Pizzadienst um die Ecke hat trotz dieser neuartigen Konzepte absolut eine Chance zu bestehen. Ihm muss nur klar werden, dass er sich in einem stärkeren Konkurrenzkampf befindet.

Das Thema Food Delivery ist also noch lange nicht zu Ende gedacht und bietet ständig neue Möglichkeiten, spannende Technologien und kreative Ideen.

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